Hier kriegt der Chef aufs Maul
1. Dem Chef auf's Maul

Lust, dem Chef oder den Kollegen mal eine reinzuhauen? Ausdrücklich erwünscht ist das beim „White Collar Boxing“. Das sind Boxkämpfe, bei denen nicht Sportler oder harte Kerle gegeneinander antreten, sondern Damen und Herren, die normalerweise in Büros sitzen und Hemden mit weißen Kragen tragen. Der Legende nach stiegen zwei New Yorker Manager in den 80er Jahren einfach in den Ring, als sie ihre geschäftlichen Probleme nicht mehr anders lösen konnten. Ob aktuell in Financial District in Manhatten viel geprügelt wird, wissen wir nicht – Anlass dazu bietet die Wirtschaftskrise bestimmt genug. Fakt ist aber, dass das „White Collar Boxing“ auch in anderen Ländern als den Vereinigten Staaten Anhänger gefunden hat. Der „Real Fight Club“ in London etwa zählt an die zweitausend Mitglieder. Und in einem Vorort von Hamburg trafen sich am Wochenende jetzt auch in Deutschland zum dritten Mal Porscheverkäufer, Journalisten, Geschäftsleute und Lehrer im Ring. Meistens waren das Männer und Frauen mittleren Alters, die außer einem mehrwöchigen vorbereitenden Training in ihrem Leben noch nie geboxt hatten. Was man auf den ersten Blick vielleicht nicht sieht: mitgemacht haben nicht frustrierte Bürokräfte, die mal die Sau rauslassen wollten – sondern edle Wohltäter. Denn die Einnahmen der Schaukämpfen werden für wohltätige Zwecke gespendet.

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