Moral zum Anziehen

Veja - Veja begann als Abenteuer und kleines Projekt der Franzosen Sébastian Kopp und François-Ghislain Morillon. Mit der Idee, einen coolen Turnschuh auf ökologischer Basis zu entwickeln, reisten sie 2003 direkt nach ihrem Studium um die ganze Welt und suchten nach geeigneten Rohstoffen und Produktionsmöglichkeiten. In Brasilien fanden sie schließlich, was sie brauchten, sogar ein Vorbild für die Silhouette ihres ersten Designs: einen brasilianischen Volleyball-Schuh aus den Siebzigern.

Veja-Turnschuhe sind aus organischer Baumwolle, wildem Natur-Kautschuk (aus dem Amazonas) und chromfrei gegerbtem Leder gefertigt. Die Baumwolle stammt aus dem Norden Brasiliens und ist als organisch zertifiziert. Die Ernte des Kautschuks aus den alten Hevea-Bäumen schafft eine alternative Verdienstmöglichkeit für die Bewohner des Amazonas – so wird weniger Regenwald abgeholzt und indirekt auch das Klima geschont. Veja arbeiten mit kleinen Kooperativen und Produzenten zusammen, die sie aufgrund ihrer guten Arbeitsbedingungen ausgesucht und mit denen sie faire Lohn-Verträge ausgehandelt haben. Die Schuhe erfüllen also alle Kriterien des fairen Handels und warten derzeit nur noch auf das Zertifikat der FLO, die dies auch offiziell bestätigt.

Ethisch, ökologisch und sozial also alles auf höchstem Niveau. Kopp und Morillon scheinen aber auch verstanden zu haben, dass all diese Kriterien das junge Großstadtpublikum nicht überzeugen werden, so lange die Schuhe nicht gut aussehen. Die Marke setzt deswegen vor allem auf guten Stil: Die Sneaker folgen klaren grafischen Linien, verbinden Vintage-Silhouetten mit leuchtenden Farbkontrasten und verfügen über ein modernes Antlitz – und sie kosten dabei nicht mehr als andere Turnschuhe (85-115 Euro).

Bisher gibt es Veja dreimal in Berlin (Belleville, F95, Schuhbar) oder bei Glore im Internet.

(Foto: Veja; Montage: Zuender)
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