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MILCH – „Langsame Baumwolle“ nennt Nina Lorkovic das Material, aus dem die T-Shirts und Longsleeves ihres Labels Milch geschneidert sind, denn die von ihr verwendete Biobaumwolle lässt sich mehr Zeit als ihre künstlich gedüngten Artverwandten. Ähnlich wie ihr Label, das anfangs grade mal ein einziges Kleidungsstück anbot: ein Longsleeve mit hellen, fragilen Wolfszeichnungen. Lorkovic baut ihr Label Schritt für Schritt ohne Geldgeber im Hintergrund auf. Sie gründete Milch Ende letzten Jahres, um ihre Fähigkeiten als Mediendesignerin endlich mal wieder 'sinnvoller' einsetzen zu können als in der Werbung. Dass sie dabei in der Mode landete, ist Zufall. Ihr ging es allein um die Gestaltung von schönen Produkten, die die Fairtrade-Prinzipien unterstützen.
Ihre Hemden – die es mittlerweile auch mit kurzen Ärmeln gibt – sind dementsprechend zu 100 Prozent aus Biobaumwolle und bis in die letzte Naht "Fair Trade" zertifiziert. Um sich selbst ein Bild der Arbeitsbedingungen in ihrer Produktionsstätte zu machen, reiste Lorkovic letzten Februar nach Kolkata (ehemals Kalkutta, Indien). Die Arbeiter beziehen dort Gehälter, die bis zu 25 Prozent über dem Mindestlohn liegen, sie sind kranken- und rentenversichert und ihre Arbeitzeit ist auf acht Stunden täglich begrenzt. Kinderarbeit ist ausgeschlossen.
Die Shirts tragen nicht nur buchstäblich Lorkovics Handschrift, sie sind auch durch ihren Sohn und ihre Rolle als allein erziehende Mutter inspiriert: Die Motive vergleichen das spielerische Sozialverhalten von Wolfsscharen und Familien. Bisher gibt es die Stücke in fünf verschiedenen Frauen- und Kindergrößen. Eine zweite Serie ist geplant, wann sie erscheint, steht aber noch in den Sternen. Dafür wird es schon bald Milch-Taschen und Shirts für Jungs geben. Die bisherige Kollektion (29-39 Euro der Longsleeve) verkauft Milch in einem Onlineshop oder im Nürnberger Geschäft Glore.
(Foto: Milch Fairtradeshirt; Montage: Zuender)
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