Moral zum Anziehen

Armedangels – „Wir sind keine Ökos,“ sagt Martin Höfeler. Das sind er und sein Geschäftspartner Anton Jurina tatsächlich nicht, sie sind Unternehmer mit einer sozialen Verantwortung. Ihre Firma heißt Armedangels und ihre Geschäftsidee ist es, ökologische und fair produzierte Mode zu verkaufen, die den Geschmack der jungen Großstadtbewohner trifft. Als Höfeler und Jurina Armedangels im Jahr 2006 gründeten, hatte Höfeler noch nicht mal sein BWL-Diplom. Ein Jahr lang suchten sie Investoren, beschafften die notwendigen Öko- und Fair Trade-Zertifikate. Sie mieteten sich im Parterre einer Jugendstilvilla in Köln ein, von der aus sie mittlerweile mit neun Angestellten operieren.

Wenn ihre bedruckten Kapuzenpullover, T-Shirts und Longsleeves dort ankommen, haben sie schon eine langen Weg hinter sich: Die Baumwolle für den Stoff wird in Afrika geerntet und in einer Produktionsstätte in Portugal verarbeitet. Der gesamte Produktionsprozess ist als Fair-Trade zertifiziert, die Baumwolle aber derzeit noch konventionell, nicht organisch angebaut. Das Label arbeitet nun an der Verlagerung seiner Produktion nach Indien in eine Anbau- und Produktionsstätte, die auch ökologische Standards erfüllt. Die Umstellung würde nicht nur faire Löhne und kürzere Transportwege bedeuten, sondern auch die Verwendung organischer Baumwolle versprechen.

Das Labelprogramm soll bald um Kleidungsstücke erweitert werden, die sich mehr über Schnitt und Stoff und weniger über plakativ gesetzte Drucke definieren. Bis es soweit ist, feilen Höfeler und Jurina aber weiter an den charakteristischen Motiven: Auf der Webseite können Kunden und Designer eigene Entwürfe einreichen, das Label wählt jeden Monat eins aus, das bezahlt, als T-Shirt produziert und gemeinsam mit der restlichen Kollektion über den Webshop (demnächst auch in einigen Läden) vertrieben wird. Die T-Shirts kosten um die 30, Longsleeves 50 und Kapuzenpullis um die 80 Euro. Davon gehen jeweils 3,33 Euro an eine wohltätige Organisation, derzeit das Kinder-Unterrichts-Projekt Pratham in Indien.

(Foto: Falco Peters; Montage: Zuender)
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