Das Protest-Lexikon

Die Blockierer

Darum geht es: Das Wort Blockade bedeutet »Aufhalten«. Setzen sich beispielsweise viele Menschen auf eine Straße und versperren eine Zufahrt, veranstalten sie damit eine Sitzblockade. Protestierende können sich aber auch an eine Schiene ketten und damit Züge von der Weiterfahrt abhalten.

Die Praxis: Viele Sitzblockaden gab es in den achtziger Jahren, damals aus Protest gegen die Stationierung von Atomraketen in Deutschland. Sie sind aber in den jüngeren Jahren nicht aus der Mode gekommen – das oben erwähnte Schienenbeispiel kommt zum Einsatz, wann immer ein Castor-Transport ansteht. Die meisten Blockaden bleiben erfolglos, oder enden sogar mit einer Katastrophe für den Blockierer. Im Jahr 2004 wurde ein 23-jähriger Franzose, der sich aus Protest gegen einen Castor-Transport an die Schienen gekettet hatte, vom Zug überollt. Er verlor beide Beine und erlag später seinen Verletzungen.

Die Strafe: Andere Menschen in ihrer Freiheit einzuschränken, kann als "Nötigung" gewertet werden. Das Bundesverfassungsgericht entschied im Jahr 1995, dass dieser Straftatbestand erfüllt ist, sobald mehr als ein Auto am Benutzen einer Straße gehindert wird.

(© OLIVIER LABAN-MATTEI/AFP/Getty Images)
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