Das Protest-Lexikon

Wir sind umgeben von unzufriedenen Menschen. Jeden Tag berichten Medien über Proteste gegen die chinesische Tibet-Politik, gegen den Klimawandel, gegen Ungerechtigkeit, gegen Neonazis, gegen Krieg oder gegen Tierquälerei. Das wäre eigentlich schnell langweilig, gäbe es nicht so viele verschiedene Formen des Protestes. Stefan Kesselhut stellt die wichtigsten vor »

Die Langweiler

Darum geht es: Das sind die Klassiker. Transparente und Kundgebungen, Mahnwache, Menschen- und Lichterketten. Möglich in verschiedensten Zusammensetzungen und Größen. Durchschnittsdemos locken keinen mehr hinter dem Ofen vor.

Die Praxis: Eine der größten Demonstrationen in Deutschland fand am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz statt. Mehr als 500.000 Menschen demonstrierten wenige Tage vor dem Fall der Mauer für Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Die vielleicht größte Menschenkette aller Zeiten gab es 1986 in den USA: Fast sieben Millionen Amerikaner reichten sich die Hände bei Hands Across America, um Geld für Entwicklungsprojekte in Afrika zu sammeln.

Die Strafe: In Deutschland schützt das Grundgesetz die Versammlungsfreiheit. Festnahmen und Strafen gibt es nur, wenn sich Demonstrierende vermummen, Gewalt anwenden oder die "öffentliche Sicherheit oder Ordnung" gefährden.

(© STAN HONDA/AFP/Getty Images)
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