Blautkreid: Jenseits von hinten
Manischdepressivesirresein/Indigo
Die Songs auf dieser Platte sind nicht gut. Sie sind nicht klasse, dufte oder spitze. Sie klingen schlecht, so ohne Kraft und Mut. Das sind fast keine Lieder, eher Witze. Hört man sie an, gefriert einem das Blut. Wer sie gar zweimal hört, braucht eine Spritze. Denn eisig kalt sind sie, ganz ohne Glut. Ich merke immer mehr, wie ich hier sitze: das ist der letzte Dreck, mir kreist der Hut. Das macht mich kirre, daß ich heißkalt schwitze. Beim Komponieren wurd’ sich ausgeruht. Das Untalent spricht hier aus jeder Ritze. Musik, geklaut vom Türken und vom Jud, verbrannte Hirne pfeifen schrill vor Hitze, sowie als Chorus, welch ein Übermut, anstatt daß man mal Fatze hat und Fitze: Bekannte Melodien aus Beirut! Bevor ich lang noch an Metaphern schnitze: Das Zeug ist nicht gesungen, nur gemuht. Geistig verzwergt, verkümmert, klein und klitze. Inhaltlich hagelt es hier Mist, partout. Ich sag es, ohne daß ich ihn verpitze: Was, glaubt man, lobt der Sänger, Knut? Der gehört dringend auf die schwarze Litze! Ins kommunistische Partei-Statut! Wart nur, bis ich dir deinen Kopf stibitze! Man fragt sich, wieso jemand sowas tut. Verlange keiner, daß ich’s unterstitze. Wer ist denn dieser Knut, der Idiut? Kauf’ er sich lieber eine warme Mitze! Man muß ihn strafen, hart und resolut. Er ward gesäugt von einer Schweinezitze. Ich ruf ihn an, er nimmt nicht ab – tuut tuut. Soviel hierzu. Es war bloß eine Skizze. Bleibt nur zu sagen, aus verrauchter Wut: Die Songs auf dieser Platte sind nicht gut.
(©Daniela Burger)
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