Mikronationen

Seborga, Italien Seborga ist ein Dorf mit 340 Seelen an der Küste Liguriens und die Hauptstadt des Antiken Fürstentums Seborga (1079 AD). Der italienische Unternehmer Giorgio Carbone behauptete in den sechziger Jahren, dass Seborga während des Wiener Kongresses im Jahr 1815 schlicht vergessen worden sei – das Gebiet sei weder dem italienischen Königreich noch Sardinien zugeschlagen worden. Die Schlussfolgerung: Seborga kann auch nicht Teil der modernen Republik Italien sein.

Obwohl Giorgio Carbone mit seiner Theorie nur bei den Bewohnern der Region auf Zustimmung stieß, machten diese ihn im Jahr 1963 zu ihrem Herrscher: Giorgio I, Principe di Seborga. Der Fürst sieht sich heute in der Tradition der Tempelritter und Kreuzfahrer unter Führung des Heiligen St. Bernhard. Giorgio I herrscht über "14 Quadratkilometer sanfter, mit Blumen und Gemüse bedeckter Hügel". Und die 2000 Einwohner des Fürstentums.

Bezahlt wird hier in der landeseigenen Währung Luigino; ein Luigino entspricht sechs US-Dollar. Die lokalen Geschäfte akzeptieren aber auch gern den Euro, schließlich sind die zahlreichen Touristen die Haupteinnahmequelle des Staates.

Obwohl sie auf ihrer Unabhängigkeit bestehen, akzeptieren die Bürger von Seborga das italienische Recht in vollem Umfang. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum die italienische Regierung niemals gegen die Unabhängigkeitserklärung Seborgas vorgegangen ist. Das wiederum hielt eine selbst ernannte Nachfahrin von Friedrich II, Yasmine von Hohenstaufen Anjou Plantagenet, nicht davon ab, im vergangenen Jahr Anspruch auf Seborga zu erheben. Sie wollte es dem italienischen Staat offiziell zurückzugeben.

(Bild: Norbert Bayer / Zuender)
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