Sealand, Großbritannien Weil er einen Piratensender betrieben hatte, flüchtete der ehemalige Major Paddy Roy Bates am 2. September 1967 auf eine Militärplattform, die im Zweiten Weltkrieg rund 10 Kilometer vor der englischen Küste in der Nordsee errichtet wurde. Das Fürstentum Sealand ist heute ein unabhängiger Staat mit konstitutioneller Monarchie, die Krone wird vererbt. Herrscher Prinz Roy I. von Sealand ist noch immer der alte Major.
Ziemlich humorlos urteilten allerdings deutsche und US-amerikanische Gerichte: Sealand sei kein souveräner Staat. Auch die britische Royal Navy unternahm Ende der sechziger Jahre mehrere Versuche, die Besetzer loszuwerden. Bates antwortete mit Gewehrsalven. Daraufhin ließ das Militär von seinem Vorhaben ab, verklagte ihn jedoch vor einem Gericht in Essex, welches sich für nicht zuständig befand: Sealand lag damals noch in internationalen Gewässern.
Die Insel steht seit Januar 2007 für 750 Millionen Euro (Verhandlungsbasis) zum Verkauf.
Die Macher der Filesharing-Seite ThePirateBay.org haben daraufhin angekündigt, dass sie das Fürstentum kaufen wollen um im Ärmelkanal ein urheberrechtsfreie Zone zu schaffen. Ein Kaufvertrag ist jedoch bis heute noch nicht unterschrieben.
Sealand hat eigene Sportler, die für ihr Land bei Marathonläufen und Minigolfwettkämpfen antreten. Der Branchendienst IMDB meldet, dass im nächsten Jahr ein Film über die wechselhafte Geschichte Sealands in die Kinos kommen soll.
(Bild: Norbert Bayer / Zuender)
|