Teilweise Realität: Überwachung der mobilen Kommunikation Die Zeiten, in denen man mit dem Handy nur telefonieren konnte, sind längst vorbei: Heute können wir damit im Netz surfen, E-Mails abrufen, persönliche Daten und Termine verwalten. Moderne Mobiltelefone sind kleine Computer – und sie lassen sich noch besser überwachen als ihre großen Geschwister.
Handys operieren in so genannten Funkzellen, einem Umkreis von drei bis zwanzig Kilometern um einen Sendemast. Der Mobilfunkanbieter weiß dadurch zu jeder Zeit, welcher Nutzer sich gerade in welcher Funkzelle aufhält – kennt also seinen Aufenthaltsort mit einer Genauigkeit von wenigen Kilometern. Kunden des Mobilfunkanbieters O2 kennen das Prinzip als Handyfinder. Ermittlungsbehörden können die Position noch wesentlich genauer bestimmen. Wenn die Überwachung über einen längeren Zeitraum ausgedehnt wird, lässt sich sogar ein Bewegungsprofil des Verdächtigen erstellen: Wer sein Mobiltelefon in der Hosentasche mit sich herumträgt, hinterlässt unweigerlich eine Spur durch verschiedene Funkzellen, deren Auswertung schon heute möglich ist.
Wenn die Vorratsdatenspeicherung umgesetzt wird, soll sie auch für Mobiltelefone gelten, also für Daten darüber, wer wann mit wem wie lange telefoniert hat. Wenn das Telefon zum Surfen im Internet benutzt wird, oder um E-Mails zu versenden, bleiben weitere Spuren zurück.
(Grafik: Zuender / Norbert Bayer)
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