Realität: E-Mailüberwachung Wie ein Brief, der von Briefkasten zu Briefkasten durch mehrere Postämter und Verteilzentren muss, durchläuft eine E-Mail auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger viele Stationen. Die Rechenzentren von Internet-Providern wie AOL oder T-Online gehören dazu, aber auch die Server von E-Maildiensten wie GMX oder Yahoo Mail.
Grundsätzlich können E-Mails an jeder dieser Schnittstellen mitgelesen werden, denn anders als Briefe sind sie oft nicht versiegelt. Die allermeisten E-Mails rauschen unverschlüsselt durchs Netz und sind deshalb so leicht lesbar wie eine Postkarte. E-Mails können nicht nur mitgelesen, sondern auch aus dem Strom gefischt und abgefangen werden. GMX und Co. tun das täglich mit Millionen von Spam-Mails. Der Bundesnachrichtendienst durchforstet auf der Suche nach Schwerverbrechern und Terroristen E-Mails systematisch nach bestimmten Stichworten.
Und die Anbieter von E-Maildiensten sind in Deutschland nach den Vorschriften der Telekommunikations-Überwachungsverordnung verpflichtet, den Behörden auf Anordnung eines Gerichts die Überwachung von E-Mailkonten zu ermöglichen.
(Grafik: Zuender / Norbert Bayer)
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